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Germany's Thomas Mueller reacts during the Euro 2020 soccer championship round of 16 match between England and Germany at Wembley Stadium in England, Tuesday June 29, 2021. (Justin Tallis, Pool Photo via AP)
DFB TEAM AKTUELL

Jetzt meldet sich auch Thomas Müller - und kritisiert

05.07.21 13:07

Nach und nach melden sich die deutschen Nationalspieler nach dem Aus der Mannschaft bei der EM. Nun hat sich Thomas Müller geäußert.

Thomas Müller wurde vom scheidenden Bundestrainer Jogi Löw extra für die EM zurückgeholt. Überzeugen konnte der Bayern-Profi aber auch nicht. Nun hat sich Müller mit etwas Abstand zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft geäußert.

  • Thomas Müller äußert sich zum EM-Aus der deutschen Nationalmannschaft

  • Müller erkennt ein "verdientes Ausscheiden"

  • Bayern-Profi kritisiert taktische Ausrichtung der Mannschaft

Peu à peu melden sich die deutschen Nationalspieler, um nach dem Ausscheiden der Mannschaft bei der EM mehr oder weniger Erwähnenswertes von sich zu geben. Toni Kroos hat vor ein paar Tagen seinen Rücktritt aus dem DFB-Team vollzogen. Das war sicher eine Meldung wert. Die Verdienste von Kroos auch im schwarz-weißen Trikot sind groß. Die von Thomas Müller auch, wie Kroos ist auch Müller Weltmeister. Vom scheidenden Bundestrainer Jogi Löw wurde er im Frühjahr 2019 zunächst ausgebootet und dann, weil er rein leistungsmäßig nicht mehr an ihm vorbeikam, doch wieder in den EM-Kader berufen.

Wir alle wissen jetzt: Die Rückholaktion hat sich nicht ausgezahlt. Müller blieb wie der Rest der Mannschaft bieder, blass - und glücklos. Die eine Szene, die von der deutschen Mannschaft bei der EM in Erinnerung bleiben wird, wird ausgerechnet die sein, in der eben jener Müller beim Stand von 0:1 im Achtelfinale in der Schlussphase gegen England allein auf Torwart Jordan Pickford zuläuft, sein Schuss aber am linken Pfosten vorbeirauscht. Er allein hätte diesem Match nochmal die entscheidende Wendung geben können. Das schrieb Müller am Tag nach dem Ausscheiden auf Instagram sogar selber und bedauerte sehr emotional diesen Fehlschuss.

Müllers Kritik an der taktischen Ausrichtung

Nun, mit ein paar Tagen mehr Abstand, hat sich Müller erneut geäußert. Dieses Mal in seinem eigenen Newsletter, der am Montag erschien. "Frust und Ärger" über das vorzeitige Ausscheiden säßen beim 31-Jährigen "auch mit ein paar Tagen Abstand noch tief". Die Mannschaft sei "verdient ausgeschieden", schrieb Müller weiter. So weit, so erwartbar. Mit Selbstkritik sparte der Bayern-Profi in seinem Beitrag nicht. Es habe auch die "nötige Effektivität an beiden Enden des Platzes gefehlt“, so Müller. Dass er aber auch seinem Trainer Joachim Löw noch eine kleine Breitseite mitgab, überrascht dann doch.

"Mit unserer Bestrebung, durch eine eher abwartende, kompakte Defensivstrategie ohne Gegentor zu bleiben, sind wir de facto gescheitert." Eine recht unverhohlene Kritik, adressiert an den ehemaligen Bundestrainer. Über seine vergebene Riesenchance zum Ausgleich verlor Müller in seinem Statement übrigens kein Wort. Lieber sprach er über den Spirit der Mannschaft: Der sei voll in Takt gewesen.

"Die Truppe, auf die ich gestoßen bin, hatte die Qualität, den Willen und auch die Arbeitsmoral, wieder an alte Erfolge anzuknüpfen", so Müller, der im Urlaub nun versuchen wolle, die "Haxen und auch die Seele ein bisschen baumeln zu lassen" auch, um die EM-Enttäuschung aus dem Kopf zu bekommen und "in positive Arbeitsenergie umzuwandeln".